9 Tage Spanien

Nach zwei weiteren Tagen in Frankreich, passieren wir die spanische Grenze. Mit all dem geschmuggelten französischen Sand könnten wir locker einen kleinen Strand erschaffen.

Ab jetzt: Spanien.

Ab jetzt: Spanien.

 

Ab jetzt heißt es Aurevoir France Passion und Hola freie Stellplatzsuche. Komisches Gefühl. Wie wird das sein, so ganz ohne Backup durch ein neues Land zu reisen? Keine Gewissheit darüber zu haben, wo man genau die nächste Nacht verbringt?

Wir starten gleich mal mit einer klein-mittelgroßen Stadt: Llanes. Hier verbringen wir bei bescheidenem Wetter den Tag. Laufen durch die Stadt, die auch Zwischenziel für viele Pilger und Wanderer des Jakobsweges ist, und kaufen ein.

 

 

 

Darüber hinaus wollen wir das erste Mal seit unserer Abreise unsere LPG-Gasflasche betanken. Wir sind mit allen gängigen Adaptern ausgerüstet -typisch deutsch eben 😉 – doch keiner will so recht passen. Sie sind allesamt obsolet. Hier wird der neue Euronoozle genutzt, der länderübergreifend alle anderen Typen ersetzen soll. Eine der angefahrenen Tankstellen hat dann endlich leihweise den passenden Adapter: knappe 7 Liter Gas in 5 Wochen. Nicht schlecht.

Die Fahrt von Llanes nach Ribadeo zu den „Kathedralen“ entlang der Costa Verde ist magisch: Die Sonne versucht mit allen Gelb- und Orangetönen den feinen Nebel zu durchbrechen und wirft sanfte, diesige Strahlen über die Berge, die nur in pastelligen Konturen zu sehen sind. Dazu diese wunderschöne Natur, durch die wir fahren; das tosende Meer, das riesige Wellen an die schroffen Klippen schlägt, die dichten Wälder…
Wir lassen aufgrund des schlechten Wetters bedauerlicherweise so viel Schönes auf dieser Fahrt unbeachtet, doch wir haben den Regen und die Kälte satt. Wir wollen ins Warme! Die Picos de Europa und die Cordillera Cantábrica müssen warten.

Leider beginnt der nächste Tag nicht so, wie der vorherige endete. Regen, Nieselregen, Nebel; Regen, Nieselregen, Nebel und viel Kälte. Die Wolken hingen teilweise so tief, dass man das Gefühl hat, sie berühren zu können. Da man die Kathedralen nur bei Ebbe erlaufen kann, stehen wir früh auf und machen uns trotz des schlechten Wetters auf den Weg. Wir sind zu dieser Zeit fast die Einzigen, lediglich 5 weitere Regenschirme waten durch den nassen Sand.

La playa de Las Catedrales

La playa de Las Catedrales

Aber diese Welt da unten entschädigt uns für den vielen Regen und die Kälte. Wie durch die Säulen einer Kirche laufen wir durch diese außergewöhnlichen Felsformationen, bestaunen den Mikrokosmos an den noch trockenen Felswänden. Wir hätten Stunden dort verbringen können, würde uns nicht irgendwann die Flut davonspülen.

Es gibt viel zu entdecken.

Es gibt viel zu entdecken.

Danach Kontrastprogramm: Santiago de Compostela. Wir suchen in der Stadt vergeblich nach einem Stellplatz. Letztendlich landen wir etwas außerhalb der Stadt, am Startpunkt eines Naturlehrpfades. Hier oben bietet sich einem in völliger Abgeschiedenheit ein wundervoller Ausblick auf die gesamte Stadt.

Schöner Ein- und Ausblick.

Schöner Ein- und Ausblick.

Unser Schlafplatz oberhalb Santiagos.

Unser Schlafplatz oberhalb Santiagos.

Das scheinen auch die Einheimischen zu wissen und nach Einbruch der Nacht dementsprechend für sich zu nutzen. Bis in die frühen Morgenstunden herrscht ein reger Verkehr…in doppeldeutigem Sinne. Ein konkretes Bild über die nächtlichen Ereignisse ergibt sich für uns nach dem Frühstück: wie geworfene Kamelle nach einem Faschingsumzug, liegen benutzte Kondome und Taschentücher kreuz und quer auf dem Boden, gemeinsam mit den Blättern der Kastanien. Ein Foto erspare ich allen an dieser Stelle. 😀

 

 

Bis auf dieses herzenswarme Willkommen, hat die Stadt für uns leider nicht allzu viel zu bieten und so beschließen wir, weiter Richtung Süden zu fahren, direkt an die Westküste Spaniens. Dort erwarten uns einsame Strände, duftende Pinienwälder, riesige Felsen, die uns bis in die späten Abendstunden die gespeicherte Wärme der Sonne schenken und Delphine bei Sonnenuntergang, die trotz des Alkohols, den wir an diesem Abend trinken doch real sind. Kitschig schön!

Unser Stellplatz in O Grove.

Unser Stellplatz in O Grove.

Zu einsam...

Zu einsam…

 

Hier in O Grove entpuppt sich Einsamkeit als Fluch und Segen zugleich. Nach unserer schönen Zeit mit Lena, Maya, Ali und den Anderen, wissen wir nun einfach, was wir wollen: etwas Einsamkeit in viel Gemeinsamkeit. Also auf nach Portugal zu all den anderen Reisenden, Hängengebliebenen und Hippies! YEAH!

 

 

 

 

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