Svenska – Schweden für Anfänger

Schweden ist, wie man sich Schweden denkt: verschmitzte Blumenkranzfröhlichkeit und Naturschönheiten. Die Menschen hier sind einfach nett, für einen Stadtmenschen recht ungewöhnlich, von Jedem freundlich begrüßt zu werden. Die schwedische Fröhlichkeit und Aufgeschlossenheit anderen gegenüber ist weder gespielt noch oberflächlich. Hier wird man tatsächlich gemocht, sogar als Wildcamper.
Darüber hinaus wartet Schweden mit umwerfender Landschaft auf, manchmal von Menschenhand gepflegt, manchmal wild sich selbst überlassen.

Schwedischer Stellplatz

Schwedischer Stellplatz

In Schwedens Seenlandschaft im Süden haben wir bezüglich Stellplätze die freie Wahl. Niemanden stören wir und niemand stört uns. Nur die Kiefernnadeln im Wind, das leise Säuseln der Wellen und die Frühlingsgesänge der Vögel sind es, die uns begleiten.
Dänemark haben wir nach einem Tag der Durchfahrt bereits hinter uns gelassen. Nimmt man den Überlandweg nach Schweden, um sich die Fähre zu sparen, muss man 240 Dänische Kronen für die Große-Belt-Brücke und 390 Dänische Kronen für die Øresundbrücke berappen. So verbringen wir also die ersten Tage unserer Reise in den Norden in Schweden.

 

Nach einem kurzen Ausflug nach Helsingborg geht es weiter nach Arild, ein kleiner, süßer Fischerhafen und Badeort an der Nordseite der Halbinsel Kullen. Die Schweden scheinen eine gut gepflegte Badekultur zu haben, denn neben vielen extra angelegten, gepflegten Badestellen mit Stegen, Wassertreppen und -becken inkl. Toilette mit Warmwasser begegnen uns an unserem Übernachtungsplatz immer wieder Menschen, einzig mit einem Bademantel bekleidet. So steigen sie aus ihren Autos, so kommen sie mit dem Fahrrad herbei und immer auf dem Weg zum Meer.

Arild und Arilds Badestellen

Arild und Arilds Badestellen

Nach etwas Meeresluft und Salzwasser geht es für ein paar Tage ins Landesinnere zum Store Mosse, einem der größten, geschlossenen Moorgebiete Südschwedens.

Vielfältige Moorlandschaft Store Mosse

Vielfältige Moorlandschaft Store Mosse

Wir wollen wandern, Elche, Adler und andere, besondere Tiere sehen, die es hier geben soll. Doch mittlerweile schleicht sich bei uns der Verdacht ein, Elche und Adler sind nur eine Erfindung der Tourismusindustrie, um Leute wie uns anzulocken. Bisher sahen wir nämlich keine.

Store Mosse

Store Mosse

Neben einem Hirsch und natürlich viel wunderschöner Moornatur, erlaufbar in ungefähr 14 Kilometern, unter anderem über Bohlenwege, sehen wir noch eine Riesenraupenpuppe, bereits geschlüpft, ihre Hülle hatte sie jedoch in einem der Bohlenwege stecken lassen. Als wir sie neugierig aus dem Holz ziehen, fließt eklige Flüssigkeit heraus. Unseren vorbereiteten Proviant vertilgen wir an einem einsamen See.

Unendliche Weite

Unendliche Weite

Insektenwelt/ entleerte Raupe :D

Insektenwelt/entleerte Raupe 😀

Die nächsten drei Tage verbringen wir relativ lauffaul in der Seenlandschaft Südschwedens, inklusive Einsamkeit, Lagerfeuer und waschen im See.

Schwedische Idylle

Schwedische Idylle

Ausschlafen ist uns wohl vergönnt, denn jeden Morgen werden wir wach gemacht: sei es, dass der Rasen einer Badestelle mitten im Nirgendwo gemäht werden muss, eine kleine Holzhütte, in der alte Styroporplatten lagern, mit Kettensäge und Axt abgerissen wird oder Starkregen ab 6 Uhr lautstark auf unser Dach prasselt. Früher Vogel (vielleicht ein Adler?) fängt den Wurm oder die Riesenraupe.

Dann geht es wieder ans Meer. An der Westküste Schwedens entlang weiter Richtung Norden, an Göteborg vorbei, in „Schwedens Badewanne“, wie der Slogan des Tourismusverbandes so schön propagiert.

Die Schärenlandschaft Schwedens

Die Schärenlandschaft Schwedens

Smögen ist ein friedlicher, etwas touristischer Fischer- und Badeort, umgeben von vom Meer blankgespülten Schären. Besonders Brygga, ein ca. 700m langer Holzsteg, gesäumt von typisch schwedischen Bootshäusern in allen Braun- und Rottönen und kleinen, hellen Holzhäusern, in denen sich Souvenirgeschäfte, Cafés oder Restaurants befinden, ist sehenswert.

Brygga

Brygga

Überall umschließen Holzstege die runden Steine und machen den Hafen begehbar. Diese Schärenlandschaft hat es mir angetan, und wie der Mensch sie sich zu Eigen gemacht hat.

Stein und Holz

Stein und Holz

Fjällbacka

Fjällbacka

Früh 6 Uhr wird die Badesaison hier durch Gemeindearbeiter eingeleitet. Die Stege, die vorher auf dem Parkplatz, auf dem wir übernachteten, deponiert waren, werden lautstark mit Hilfe eines Krans zu Wasser gelassen. Unser Schlaf wird jäh beendet. Kein Problem, heute geht es sowieso weiter nach Norwegen, einige Kilometer wollen noch gefahren werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.