Überall Sand

Wir lassen Bordeaux und das umliegende Weinland hinter uns. In Lanton liegt unsere nächste France-Passion-Schlafmöglichkeit. Doch dort sind Türen und Tore verschlossen. Das passiert uns zum ersten Mal. Wir müssen weiterfahren und eine Schlafalternative suchen, was in Anbetracht der einbrechenden Dunkelheit etwas anstrengend ist.

Die Bucht von Arcachon bei Ebbe.

Die Bucht von Arcachon bei Ebbe.

Eigentlich wollen wir bis Lège-Cap-Ferret, doch unser Bauchgefühl schickt uns näher an die Küste, nach Arès, an die Bucht von Arcachon. Dort lässt es sich direkt am Watt mit funktionierendem WiFi aushalten. Da Petrus zurzeit jedoch recht schlecht gelaunt ist, verbringen wir die meiste Zeit im Internet, statt am Strand, skypen mit Familienangehörigen, laden Filme und Stellplätze.

Doch die größte Wanderdüne Europas ruft und so verlassen wir diesen Platz nach 2 Tagen.

 

 

Dune du Pilat

Wir fahren die Küstenstraße entlang, links und rechts nichts als Pinienwälder, soweit das Auge reicht. Doch dann wird dieses Grün überrollt durch ein mächtiges Beige: Die Dune du Pilat. Majestätisch, fast bedrohlich überragt sie jeden Nadelbaum, selbst die höchsten.

Wie eine riesige beige Welle: die Dune du Pilat

Absolut beeindruckend wie sie hinter den Baumkronen auftaucht: die Dune du Pilat

 

Sand frisst Campingplatz

Sand frisst Campingplatz

 

Wie eine riesige Welle aus Sand walzt sie Zentimeter für Zentimeter ins Landesinnere und begräbt alles, was ihr im Wege steht. Sie lässt sich weder von Bäumen, Campingplätzen noch Hotels aufhalten. Alles wird langsam von weichem, feinem Sand verschluckt.

 

 

 

Wir stellen das Auto an einem nahegelegenen Campingplatz ab und wollen von da die Düne erobern. Wie sich im Nachhinein herausstellt, wählen wir genau die höchste und die steilste Stelle für den Aufstieg. Wir fühlen uns, als hätten wir an einer Mount Everest-Expedition teilgenommen, inklusive Sauerstoffentzug.

Anstrengender Aufstieg

Anstrengender Aufstieg

114m über dem Meeresspiegel bietet sich einem aber dann ein atemberaubender Blick über die Bucht, bis zu den vorgelagerten Sandbänken westlich und östlich über weite und sattgrüne Pinienwälder. Nachdem wir einen phantastischen Sonnenuntergang genossen haben und uns der Wind zu stark um die Ohren weht, machen wir uns stapfend und watend an den Abstieg. Unten angekommen, sind wir ca. 5 Kilo schwerer, also raus aus den Klamotten und ausschütteln: der Sand, der auch in der schmalsten Naht klemmt, muss raus.

Sandiger Genuss

Sandiger Genuss

Tolle Aussichten und wunderschöne Strände

Tolle Aussichten und wunderschöne Strände

180 Grad Dune du Pilat

180 Grad Dune du Pilat

Auf der Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz kommen wir an einem wunderschönen Parkplatz mitten in einem kleinen Pinienwäldchen vorbei. Wir sehen mehrere Wohnmobile und 3 Hippiekarren, also bleiben wir hier.

Hippieleben
Am Lagerfeuer

Am Lagerfeuer

Schnell lernen wir die Menschen kennen, die diese Busse lenken: Lena, Maya und Ali. Am darauffolgenden Tag folgen wir den Dreien an den nächsten Stellplatz, keine 2 km entfernt. Dort kommen noch Yoyo, ihr Freund, Flo und Mali dazu. Wir verbringen miteinander 2 wundervolle Tage. Abends sitzen wir am Lagerfeuer, singen, sinnieren und stellen Kriterien auf, die ein Hippie erfüllen muss, um ein Hippie zu sein. Alles natürlich mit einem Augenzwinkern. 😉

 

 

 

Wagenburg

Wagenburg

 

Am nächsten Tag trennen sich unsere Wege. Lena, Maya und Ali wollen schnell weiter nach Spanien, Yoyo und Co. fahren weiter nach Marokko. Nach Kontaktdatenaustausch und Abschiedswinken bleiben wir zurück und fühlen wir uns etwas einsam. So lange sind wir allein gereist, ohne Austausch mit anderen. Solche Begegnungen sind es, die uns gefehlt haben. Der feine Sand, der uns noch lange aus den Klamotten rieselt, erinnert uns an diese schöne Zeit.

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